Einleitung: Status quo 2025

Künstliche Intelligenz (KI) hat die Datenvisualisierung in nur wenigen Jahren grundlegend verändert. Mit Hilfe großer Sprachmodelle (LLMs) und generativer KI können BI‑Systeme heute nicht nur bereits vorhandene Dashboards analysieren, sondern aus freien Textanfragen neue Visualisierungen und Berichte erstellen. Laut einem Branchenvergleich nutzen Unternehmen 2025 KI‑gestützte Analytics‑Tools, um schnellere, smartere Entscheidungen zu treffen und Zeit zu sparen querio.ai.

Ein Beispiel sind generative Assistenten wie Microsoft Copilot in Power BI, Salesforce Tableau GPT (Einstein Copilot) oder Zoho Ask Zia, die per Chat-Interface Datensätze durchsuchen, Zusammenfassungen erzeugen oder Berechnungen erstellen. Gleichzeitig warnt die KI‑Ethik‑Expertin Dr. Rumman Chowdhury, dass generative KI eine „Welle hyperrealistischer Inhalte“ erzeuge, die die Integrität von Informationen gefährden könnte qlik.com. Wer KI in der Datenvisualisierung einsetzt, muss deshalb sowohl das Potenzial als auch die Risiken im Blick behalten.

Notwendige Kenntnisse im Jahr 2025

Obwohl KI‑Assistenten vieles vereinfachen, bleiben grundlegende Kompetenzen unverzichtbar:

  • Datenverständnis: KI‑Tools liefern nur dann korrekte Antworten, wenn das zugrunde liegende Datenmodell sauber modelliert ist. Microsoft weist darauf hin, dass Administratoren vor dem Einsatz von Copilot definieren müssen, welche Tabellen und Spalten zugänglich sind und welche Metadaten bereitgestellt werden; das AI Data Schema sorgt dafür, dass Copilot mit dem richtigen Kontext arbeitet und zu präzisen Antworten kommt querio.ai. Tableau‑Analyst:innen betonen, dass generative Assistenten vor allem die Effizienz der Expert:innen erhöhen, wenn sie auf gut strukturierten Datenmodellen aufbauen techtarget.com.

  • Prompting: Eine präzise Formulierung von Fragen ist entscheidend. Bei Power BI können Nutzer:innen ab Mai 2025 mit dem Standalone‑Copilot „fragen, was sie wollen“; Copilot durchsucht Berichte oder semantische Modelle und erstellt visuelle Antworten oder DAX‑Berechnungen powerbi.microsoft.com. Wer natürliche Sprache sinnvoll einsetzt und nachfragt, erhält bessere Ergebnisse.

  • Tool‑Kompetenz und Governance: Fachanwender:innen sollten die Möglichkeiten und Grenzen ihres Tools kennen. Die generativen Assistenten von Tableau werden als Premium‑Funktion vermarktet – Analysten wie Doug Henschen warnen, dass generative KI viel Rechenleistung benötigt und zusätzliche Kosten verursachen kann techtarget.com. Auch Zoho Zia erfordert je nach Tarif ein Upgrade für Funktionen wie Auto‑Analyse oder DataPrep index.dev. Zudem bleibt Daten­governance zentral, um fehlerhafte oder vertrauliche Daten auszuschließen.

KI‑gestützte Tools im Vergleich

Power BI mit Microsoft Copilot

Microsoft hat Copilot im Frühjahr 2024 zuerst als Teil von Fabric eingeführt und im Mai 2025 zu einem eigenständigen Erlebnis ausgebaut. Mit Ask Anything kann man Berichte und semantische Modelle durchsuchen, Fragen stellen und sich automatisch Visualisierungen sowie DAX‑Formeln generieren lassen powerbi.microsoft.com. Copilot erstellt auf Wunsch komplette Berichtseiten, fasst Datenquellen zusammen und erklärt Kennzahlen learn.microsoft.com. Der Preis liegt im Power BI Pro‑Abo bei rund 10 US‑Dollar pro Nutzer:in und Monat, und das System integriert sich nahtlos in Microsoft‑Tools querio.ai.

  • Vorteile: Natürliche Sprache zur Analyse, automatische Berichtserstellung, Integration in Teams/Excel und DAX‑Generierung querio.ai.

  • Nachteile: Abhängigkeit vom Microsoft‑Ökosystem und die Notwendigkeit, semantische Modelle korrekt zu konfigurieren; Copilot ist stand 2025 nur in englischer Sprache verfügbar und erfordert saubere Metadaten querio.ai.

  • Benutzerfreundlichkeit: Hoch; Chat‑Interaktion erleichtert Einsteiger:innen den Einstieg. Fortgeschrittene profitieren von verifizierten Antworten und der Möglichkeit, Geschäftslogik in „AI Instructions“ einzubetten querio.ai.

  • Kosten & Aufwand: Power BI Pro ist günstig; Copilot erfordert allerdings ein aktiviertes Fabric‑Environment und kann in größeren Umgebungen Anpassungen am Governance‑Modell nötig machen.

  • Lernkurve: Mittel; Grundkenntnisse in Datenmodellierung und DAX sind nach wie vor hilfreich.

Tableau GPT / Einstein Copilot

Salesforce hat seine generative KI‑Strategie 2023 angekündigt und 2024 die ersten Copilots für Tableau Prep, Catalog und Web Authoring verfügbar gemacht techtarget.com. Einstein Copilot übersetzt in Tableau Prep natürliche Sprache in Berechnungen; in Tableau Catalog generiert es Beschreibungen von Datenquellen, und im Web Authoring erstellt es aus Chat‑Anfragen Visualisierungen und schlägt Folgefragen vor techtarget.com. Analyst Mike Leone betont, dass das Ziel sei, sowohl Expert:innen als auch Anfänger:innen effizienter zu machen techtarget.com. Doug Henschen hebt hervor, dass der generative Copilot für Catalog „einzigartig unter den Anbietern“ ist techtarget.com, warnt aber vor noch unklaren Zusatzkosten techtarget.com.

  • Vorteile: Leistungsstarke Visualisierungs‑Engine von Tableau kombiniert mit generativen Assistenten; klare Trennung der Tools für Datenvorbereitung, Katalogisierung und Dashboard‑Erstellung; Follow‑up‑Fragen erleichtern explorative Analysen techtarget.com.

  • Nachteile: Pricing ist 2025 nicht transparent, da generative Funktionen in der Premium‑Edition „Tableau+“ gebündelt sind techtarget.com; erfordert Salesforce‑Account und kann im Vergleich zu Power BI teurer sein; nur englische Sprache.

  • Benutzerfreundlichkeit: Hoch, wenn man bereits Tableau nutzt. Die Chat‑Interaktion erleichtert Einsteiger:innen den Zugriff, aber komplexere Fragen erfordern Tableau‑Kenntnisse.

  • Kosten & Aufwand: Tendenziell höher; zusätzliches Copilot‑Abo wird nötig sein. Implementierung in bestehende Data‑Governance‑Strukturen kann aufwändig sein.

  • Lernkurve: Mittel bis hoch; Tableau erfordert Wissen über Datenmodelle und Visualisierungsprinzipien.

MonkeyLearn + Google Looker Studio

MonkeyLearn ist kein Visualisierungstool im engeren Sinne, sondern eine No‑Code‑Plattform für Textanalyse. Die Plattform bietet vortrainierte Klassifizierer und Extraktoren für Themen, Stimmung oder Keywords und ermöglicht den Bau eigener Modelle ohne Programmierkenntnisse clickup.com. Sie lässt sich mit BI‑Lösungen wie Tableau oder Looker Studio verbinden, um Dashboards aus den extrahierten Informationen zu erstellen clickup.com. Unstrukturierte Daten wie Rezensionen, Support‑Tickets oder Tweets können so analysiert und anschließend in Looker Studio visualisiert werden odinschool.com.

  • Vorteile: Leicht zu bedienen; leistungsstarke Text‑Analytik; flexible Modelle; Integration in gängige BI‑Tools clickup.com.

  • Nachteile: Hauptsächlich für Textdaten geeignet; Integration mit BI‑Tools erfordert zusätzliche Schnittstellen; Preisgestaltung erfolgt individuell und kann für kleinere Teams teuer sein clickup.com.

  • Benutzerfreundlichkeit: Hoch für Textanalyse, geringer für Visualisierung – Looker Studio‑Know‑how ist notwendig.

  • Kosten & Aufwand: Preis auf Anfrage; Implementation kann durch Modelltraining zeitaufwendig sein.

  • Lernkurve: Gering für Klassifizierung und Extraktion, höher für Integration mit BI‑Dashboards.

ChartGPT (Kanaries)

ChartGPT ist ein Open‑Source‑Projekt des Start‑ups Kanaries. Es macht Chart‑Erstellung so einfach wie das Schreiben einer Textbeschreibung: Nutzer:innen geben einen Prompt ein, und ChartGPT generiert innerhalb von Sekunden ein passendes Diagramm docs.kanaries.net. Das Projekt nutzt die Visualisierungsbibliothek Vega-Lite und kann lokal installiert werden; alternativ existiert ein Chat‑Interface namens VizGPT, das ähnlich wie ein Chatbot Visualisierungen erstellt und bearbeitet docs.kanaries.net.

  • Vorteile: Frei verfügbar; erlaubt schnelle, natürliche Erstellung von Diagrammen; ideal für Experimentierzwecke und Entwickler:innen docs.kanaries.net.

  • Nachteile: Kein vollwertiges BI‑Tool; begrenzte Datenverarbeitung; erfordert Programmierkenntnisse, um lokal zu installieren und zu integrieren.

  • Benutzerfreundlichkeit: Moderat; geeignet für technisch versierte Anwender:innen.

  • Kosten & Aufwand: Open Source, daher kostenlos; Setup-Aufwand, falls man eigene Infrastruktur nutzen möchte.

  • Lernkurve: Mittel; Kenntnisse in Vega‑Lite/JavaScript sind hilfreich.

Zoho Analytics mit Zia

Zoho Analytics ist eine self‑service BI‑Plattform, die sich über 500 Datenquellen anbinden lässt index.dev. Herzstück ist der KI‑Assistent Ask Zia, der Berichte und Dashboards auf Basis natürlicher Sprache oder Sprachbefehlen erstellt zoho.com. Zia schlägt geeignete Charttypen vor zoho.com, liefert Insights in Text und Bild zoho.com und generiert ganze Dashboards per Auto‑Analyse innerhalb von Minuten zoho.com. Ein Nutzerbericht von Craig Roxby (Magnifi) zeigt, dass er Zia bei Kundengesprächen nutzt – die schnelle Antwort auf die Frage „Was war mein Einkommen im letzten Monat?“ fasziniere seine Kunden zoho.com. Laut Index.dev profitieren Unternehmen von der intuitiven Oberfläche und den automatisch generierten Dashboards, die als Ausgangspunkt dienen; Einschränkungen bestehen jedoch bei der Anpassung und beim Bedarf an manueller Nachbearbeitung index.dev.

  • Vorteile: Intuitive Chat‑Interaktion; Auto‑Analyse erzeugt Berichte und Dashboards; intelligente Chart‑Empfehlungen und Insights; Integration von Datenaufbereitung mit DataPrep zoho.com.

  • Nachteile: Auto‑generierte Dashboards sind teils rudimentär und müssen verfeinert werden index.dev; bestimmte Features (z. B. DataPrep) sind erst ab Premium‑Plan verfügbar index.dev.

  • Benutzerfreundlichkeit: Hoch; keine Programmierkenntnisse erforderlich. Ask Zia funktioniert auch per Spracheingabe und unterstützt Deutsch.

  • Kosten & Aufwand: Moderate Kosten; es gibt Free‑Editionen, aber Auto‑Analyse und DataPrep erfordern höhere Pläne. Die Implementierung ist dank vorgefertigter Konnektoren schnell.

  • Lernkurve: Gering; ideal für Einsteiger:innen und KMU.

Excel im Controlling: Status quo und Zukunft mit KI

Obwohl in der Debatte um KI‑gestützte Analytics häufig moderne BI‑Plattformen im Fokus stehen, bleibt Microsoft Excel das am weitesten verbreitete Werkzeug in Controlling‑Abteilungen. Fachportale bezeichnen es als „klassisches Controlling‑Tool“, weil es vielseitig und benutzerfreundlich ist und dank Power Query, Power Pivot und CUBE‑Funktionen auch große Datenmengen verarbeiten kann. In vielen Unternehmen bildet Excel das Fundament für Budgetplanungen, Kostenanalysen und Berichte excel-kurse.at.

Status quo: KI‑Funktionen in Excel

In den letzten Jahren hat Microsoft Excel neue KI‑Funktionen integriert, um diese klassische Rolle zu erweitern. Die Schaltfläche Analyze Data (ehemals „Ideas“) ermöglicht es, per natürlicher Sprache Fragen über einen Tabellenbereich zu stellen und automatisch Diagramme, PivotTables und visuelle Trends zu erhalten support.microsoft.com. Wer etwa in einer Umsatzliste die Frage „Wie hat sich der Umsatz nach Produktkategorie entwickelt?“ eingibt, erhält Zusammenfassungen und Visuals ohne eine Formel schreiben zu müssen. Analyze Data arbeitet in mehreren Sprachen (u. a. Deutsch, Englisch und Französisch) und bietet vorgeschlagene Fragen, die die Daten explorativer analysierbar machen support.microsoft.com.

Parallel dazu hat Microsoft mit Copilot für Excel Funktionen eingeführt, die repetitive Tätigkeiten automatisieren. Laut Microsoft‑Übersicht helfen diese Funktionen beim Datenbereinigen, Erkennen von Trends, Generieren komplexer Formeln, Anpassen von Layouts und Erstellen von Berichten microsoft.com. Die KI empfiehlt sinnvolle Visualisierungen, schlägt Formeln vor und erkennt Anomalien; Vorteile sind höhere Effizienz, bessere Genauigkeit und fundiertere Entscheidungen microsoft.com. Anwendungsfälle reichen von Finanz‑ und Marketing‑Analysen über Vertriebsprognosen bis hin zu Bestands‑ und Personalplanung microsoft.com. Zusammen mit Power Query und Power Pivot lassen sich Daten aus verschiedenen Quellen integrieren, bereinigen und modellieren.

Ein weiterer Meilenstein ist Python in Excel: Die Integration, die seit 2024 für Enterprise‑ und Business‑Kunden verfügbar ist, bringt die Open‑Source‑Bibliotheken pandas und Matplotlib direkt in die Arbeitsmappe techcommunity.microsoft.com. Wes McKinney, der Schöpfer von pandas, lobte die Umsetzung als „wichtigen Schritt“, der es ermöglicht, anspruchsvolle Datenanalysen innerhalb von Excel durchzuführen techcommunity.microsoft.com. In Kombination mit Copilot können Anwender:innen per natürlicher Sprache Python‑Code generieren lassen, der beispielsweise ein Random‑Forest‑Modell zur Vertriebsprognose erstellt techcommunity.microsoft.com. Pawan Divikarla von Microsoft betont, dass die Kombination aus Python und Copilot „den Zugang zu State‑of‑the‑Art‑Analytics demokratisiert“ und tiefere Einblicke liefert techcommunity.microsoft.com. Der gesamte Python‑Code wird in einer isolierten Umgebung mit Unternehmenssicherheit ausgeführt techcommunity.microsoft.com.

Zukunftsperspektive: Excel mit generativer KI

Die Weichen sind gestellt, dass Excel im KI‑Zeitalter weiter an Bedeutung gewinnt. Durch die wachsende Integration von Copilot dürfte sich die Bedienung noch stärker an natürlicher Sprache orientieren, sodass Controller:innen Formeln, Datenbereinigungen oder Prognosen einfach per Chat anstoßen. Die Möglichkeit, Python‑Skripte automatisch aus Prompt‑Anweisungen zu generieren, macht Machine‑Learning‑Modelle einem breiten Anwenderkreis zugänglich. Gleichzeitig bleibt Excel eng mit Power BI verknüpft; Datenmodelle lassen sich zwischen den Tools austauschen, und Copilot‑Funktionen werden in beiden Umgebungen harmonisiert. Für Controlling‑Teams bedeutet das, dass sie das vertraute Excel‑Ökosystem beibehalten und doch von den neuesten KI‑Innovation profitieren können – sei es für automatisierte Forecasts, dynamische Dashboards oder Ad‑hoc‑Analysen. Die Herausforderung liegt darin, Datenqualität sicherzustellen und die richtigen Skills (Prompting, Python‑Grundlagen) aufzubauen, um diese neuen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Praxisbeispiel aus dem Controlling: Automatisierte Monatsberichte mit Power BI + Copilot

Stellen Sie sich vor, ein Controlling‑Team muss jeden Monat aus diversen ERP‑ und CRM‑Systemen einen Bericht für die Geschäftsführung erstellen. Bislang dauerte es Tage, die Daten zu extrahieren, aufzubereiten und visuell aufzubereiten. Mit Power BI + Copilot läuft dieser Prozess so ab:

  1. Datenmodell und Metadaten vorbereiten: Die Controller:innen definieren ein semantisches Modell im Power BI‑Workspace und markieren die relevanten Tabellen im AI Data Schema. Das stellt sicher, dass Copilot den richtigen Kontext hat querio.ai.
  2. Prompting für den Bericht: Über das Copilot‑Panel geben sie eine Anweisung wie „Erstelle mir einen Monatsbericht für Juni 2025 mit Umsatz nach Geschäftsbereichen, Vergleich zum Vorjahr und den wichtigsten Abweichungen“. Copilot durchsucht die Daten, erstellt automatisch Diagramme (z. B. Balkendiagramme für Umsatz, Liniendiagramme für Zeitreihen) und generiert die passenden DAX‑Berechnungen learn.microsoft.com. Auf Wunsch werden Texte hinzugefügt, die Abweichungen und Trends zusammenfassen.
  3. Iterative Anpassung: Die Controller:innen verfeinern das Ergebnis, etwa durch Nachfragen wie „Zeige mir nur den Bereich DACH“ oder „Berechne die EBIT‑Marge“ und Copilot passt den Bericht an. Die generierten DAX‑Measures können manuell überprüft und gespeichert werden.
  4. Automatische Zusammenfassung: Zum Schluss erzeugt Copilot eine Executive Summary des Berichts, die in zwei Absätzen die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst – eine Funktion, die laut Microsoft‑Dokumentation Berichte aus ganzen Modellen zusammenfassen kann learn.microsoft.com.

Im Ergebnis reduziert sich die Bearbeitungszeit von mehreren Tagen auf wenige Stunden. Die Verantwortlichen gewinnen mehr Zeit für Interpretation und strategische Analysen statt für manuelle Fleißarbeit. Voraussetzung für einen solchen Erfolg bleibt jedoch eine hohe Datenqualität und saubere Modellierung.

Relevante KI‑Kenntnisse heute und morgen

Neben fachlicher Expertise in Controlling oder Reporting sollten Datenvisualisierer:innen folgende KI‑Kompetenzen entwickeln:

  1. Prompt Engineering: Die Fähigkeit, klare, präzise und kontextreiche Anfragen zu formulieren, entscheidet über die Qualität der generierten Visualisierungen. Die Erfahrung zeigt, dass iterative Nachfragen zu besseren Ergebnissen führen. Schulungen im Prompting sind daher sinnvoll.
  2. Data Literacy und Governance: Auch in Zeiten von Auto‑Analyse müssen Fachanwender:innen Datenstrukturen verstehen, um Datenmodelle zu entwerfen und die Richtigkeit der Ergebnisse zu prüfen. Die Qlik‑Analyse betont, dass generative KI schnell zu Informationsverzerrungen führen kann, wenn Modelle auf ihren eigenen Ausgaben trainiert werden; der Aufbau vertrauenswürdiger Daten ist daher zentral qlik.com.
  3. KI‑Ethik und Qualitätskontrolle: Da generative Modelle Fehler produzieren können, müssen Nutzer:innen lernen, Ergebnisse zu validieren. Gartner prognostiziert, dass bis Ende 2025 etwa 30 % aller GenAI‑Projekte nach dem Proof-of-Concept wieder eingestellt werden qlik.com – oft wegen unzureichender Qualität oder fehlendem Mehrwert.
  4. Interdisziplinäres Arbeiten: KI‑gestützte Dashboards erfordern ein Zusammenspiel von Data Engineers, Visualisierer:innen und Fachexpert:innen. Gute Kommunikation und Verständnis der Fachkontexte sind entscheidend.

Zukunftsausblick 2026+: natürliche Sprache, Auto‑Insights und Agenten

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass generative KI die Grenze zwischen Datenanalyse und Data Storytelling weiter verwischt. Trends für die kommenden Jahre:

  • Natürliche Sprache als universelle Schnittstelle: Alle großen Anbieter setzen auf Chat‑Interfaces. Power BI, Tableau und Zoho arbeiten daran, mehr Sprachen zu unterstützen und noch komplexere Aufgaben per Spracheingabe zu ermöglichen.

  • KI‑generierte Dashboards und Auto‑Insights: Funktionen wie Zia Auto‑Analyse werden weiter ausgebaut. Zukünftig können Dashboards vollständig von KI erstellt und fortlaufend aktualisiert werden. Gleichzeitig werden diagnostische Insights erweitert, damit Anwender:innen Ursachen für Abweichungen leichter identifizieren zoho.com.

  • Agentenbasierte Systeme: Qlik prognostiziert, dass „Agenten anfangen werden, miteinander zu arbeiten und komplexe Workflows zu übernehmen“ qlik.com. Solche Agenten könnten zum Beispiel automatisch Datenquellen anbinden, Anomalien überwachen und Entscheidungsvorschläge generieren.

  • Verstärkte Regulierung und Ethik: Mit zunehmender Verbreitung steigt der Druck, generative KI zu kontrollieren. Expertinnen wie Dr. Chowdhury warnen vor der Erosion der Informationsintegrität qlik.com. Unternehmen müssen daher in Responsible‑AI‑Programme investieren.

Empfehlungen für Unternehmen und Einzelpersonen

  • Bedarf und Use‑Cases prüfen: Unternehmen sollten klar definieren, welche Prozesse mit KI unterstützt werden sollen. Wer primär standardisierte Berichte automatisieren möchte, ist mit Power BI + Copilot, Excel oder Zoho Analytics gut beraten. Für explorative Visualisierung und tiefe Interaktion bietet Tableau GPT mehr Flexibilität, jedoch zu höheren Kosten.

  • Datenqualität priorisieren: Investieren Sie in Data Governance. Ohne saubere Daten helfen auch die besten KI‑Assistenten nicht. Nutzen Sie Funktionen wie das AI Data Schema in Power BI oder DataPrep in Zoho, um Daten aufzubereiten querio.ai, zoho.com.

  • Schulungen für Prompting und Datenkompetenz: Schulen Sie Ihre Teams in der Kunst des Prompting und in Grundprinzipien der Datenanalyse. Nur so lassen sich KI‑Ergebnisse richtig interpretieren.

  • Pilotprojekte starten und evaluieren: Beginnen Sie mit kleinen, klar definierten Projekten und messen Sie den Mehrwert. Behalten Sie die Kosten im Blick und vergleichen Sie verschiedene Tools. Analyst:innen warnen, dass die Kosten und der ROI generativer Funktionen nicht immer transparent sind techtarget.com.

  • Ethik und Sicherheit berücksichtigen: Entwickeln Sie Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von generativer KI, insbesondere wenn vertrauliche Daten involviert sind. Legen Sie fest, welche Daten von KI‑Assistenten genutzt werden dürfen und wie Ergebnisse geprüft werden.

Fazit

Die KI‑gestützte Datenvisualisierung befindet sich 2025 in einem spannenden Umbruch. Tools wie Power BI Copilot, Tableau GPT, MonkeyLearn, ChartGPT, Zoho Zia und Excel verschieben die Grenzen dessen, was Fachanwender:innen ohne Programmierung erreichen können. Sie beschleunigen Analysen, erleichtern das Erzählen von Daten‑Geschichten und senken die Einstiegshürden. Gleichzeitig sind grundlegende Kenntnisse über Daten, Modelle und Ethik sowie eine kritische Prüfung der Ergebnisse wichtiger denn je. Wer diese Balance hält und kontinuierlich lernt, wird von den kommenden Innovationen profitieren und datengetriebene Entscheidungen auf eine neue Stufe heben.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält KI-generierte Textpassagen und Bilder im Sinne der EU‑KI-Verordnung (AI Act).